Donnerstag hat sich ein Vogel in unserem Treppenhaus verirrt, er ist vor mir zur Haustür herein geflattert und floh vor mir riesigen Menschengestalt. Die Tür war offen wegen der Bauarbeiter, die die wohlbekannte Ordnung durcheinander bringen. Er war wie Vögel eben sind: klein, ängstlich, er zitterte, hatte Herzrasen und flog nach oben. Sie fliegen instinktiv immer nach oben auf der Suche nach einem Ausweg. Schönes Bild. Ich hab mir so viel Mühe gegeben, ihn zu retten, ich hatte ihn schon zu fassen und dann ist er mir aus den Händen gehüpft, wer weiß schon, wie fest man ihn halten darf? Er hatte solche Angst. Alle Fenster waren auf, er hätte nur rausfliegen müssen, aber er hat die offenen Fenster nicht gesehen, nur mich, vor der er Angst hatte. Die Metapher könnte einen ja nicht deutlicher anspringen. Er sah nur, wovor er floh aber nicht die unzähligen Wege in die Freiheit seiner Baumkronen. Ich konnte ihn am Ende rausschubsen. Manchmal reicht das ja schon. Schön, wenn einen jemand schubst. Heute hab ich ihn im Vogelbuch nachgeschlagen. Es war eine Heckenbraunelle.